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Rameaus Neffe von Denis Diderot - eine Theateraufführung

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Die Voltaire-Gesellschaft präsentiert anlässlich der 300. Geburtstages Denis Diderots die Aufführung seines berühmten Zweipersonenstücks in der Übersetzung von Johann Wolfgang von Goethe. Es ist der Voltaire-Gesellschaft eine große Freude das bereits in vielen anderen Städten erfolgreiche und gefeierte Theaterstück auch dem Hamburger Publikum präsentieren zu können. Die Inszenierung des Stücks ist ursprünglich am Hoftheater Dresden (Prinzipal Rolf Hoppe) mit den beiden renommierten Schauspielern Daniel Minetti und Mathias Mertens unter der Regie von Helfried Schöbel entstanden, die auch das Gastspiel in Hamburg bestreiten.

Was
  • Theatergastspiel
Wann 02.06.2013
von 19:00 bis 21:10
Wo Kellertheater Hamburg, Johannes – Brahms - Platz 1
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Der Dialog "Rameaus Neffe" ist keineswegs ein Nebenwerk, es zählt zu den berühmtesten Übersetzungen der Weltliteratur und ist das letzte Gemeinschaftsprojekt Goethes mit Schiller. »Ich« ist ein Mann der besseren Gesellschaft, gut gekleidet in Samt, Seide und mit Perücke, »Er«, der Neffe des berühmten Musikers, ein heruntergekommener Penner und Stadtstreicher, ein Schnorrer an den Tischen der Reichen, die er mit seinem Witz, seinen geistreichen Aperçus, seinen philosophischen Absurditäten unterhält und im Gespräch mit dem »Ich« davon Kostproben liefert. Geschrieben wurde der &endash; damals noch unveröffentlichte &endash; Text in den 1770er Jahren und gehört ob seiner ätzenden Gesellschaftskritik zur intellektuellen Vorgeschichte der Französischen Revolution.

Rameaus Neffe, Minetti, MertensDenn womit dieser Neffe des großen Rameau als missratenes und verkommenes Genie die dekadente Adelsgesellschaft amüsierte war der blanke, aber geistreiche Zynismus, mit dem er seinen Gönnern den Spiegel ihrer Nichtswürdigkeit vorhielt. Er lügt, wenn er ehrlich ist und ist ehrlich, wenn er lügt. Wenn sein intellektuell unterlegener Gesprächspartner bisweilen schockiert reagiert, beeilt sich der Neffe ihm mit seiner mutterwitzigen Pennerphilosophie nachzuweisen, dass sie doch alle im Grunde so zynisch denken wie er: Alles ist Eitelkeit, dekliniert er uns vor – von der Freundschaft zur Pflichterfüllung, von der Kindererziehung zur Vaterlandsverteidigung. Er sprüht nur so von Beispielen der Verkommenheit der öffentlichen Moral, die Themen jagen sich, sie sind aneinandergereiht wie Perlen an einer Schnur. Ein vergnüglicher Abend auf hohem, intellektuellem Niveau.
(Ekkehart Krippendorff 5.3.2011, ND)

Ein Gastspiel des Hoftheaters Dresden mit Mathias Mertens und Daniel Minetti unter der Regie von Helfried Schöbel.

Karten an der Abendkasse und im Vorverkauf im Kellertheater Hamburg oder online über das Kontaktformular: €15, ermäßigt €12

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